Gruenewald 1924 | Book List

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Hiob / Job / Ijob 30

Job 30:1 "Und jetzt verlachen solche mich, die jünger sind als ich, ja solche, deren Väter ich nicht beigesellen möchte meinen Herdenhunden!

Job 30:2 Was sollte mir selbst ihrer Hände Kraft, denn Rüstigkeit geht ihnen doch verloren!

Job 30:3 Durch Mangel und durch harten Hunger sollen sie sich Nahrung aus der Wüste holen, dem Lande des Orkans und Sturmes.

Job 30:4 Sie sollten Melde pflücken am Gesträuche, und ihre Nahrung seien Ginsterwurzeln!

Job 30:5 Von Wasserstellen sollten sie vertrieben werden! Man schreie über sie wie Diebe,

Job 30:6 daß sie in schauerlichen Schluchten, in Erdlöchern und Felsenhöhlen siedeln,

Job 30:7 und daß sie im Gebüsche gröhlen und unter Nesseln sich zusammenkauern!

Job 30:8 Sie, eine Brut so schlecht und ehrlos, sie sollten tief im Staube liegen!

Job 30:9 Und jetzt bin ich ihr Spottgesang; ich diene ihnen zum Gerede.

Job 30:10 Ja, sie verabscheun mich und rücken fern von mir und scheun sich nicht, mir ins Gesicht zu speien.

Job 30:11 Er löste mir das Diadem und warf mich auf den Boden, daß sie den Zügel vor mir schießen lassen konnten.

Job 30:12 Zur Prüfung stehn die Gegner auf; sie lähmen mir die Füße und werfen gegen mich die Wege für ihr Unheil auf.

Job 30:13 Sie reißen meine Pfade auf, verhelfen mir zum Falle, und niemand hindert sie.

Job 30:14 Sie kommen wie ein breiter Dammbruch her; sie wälzen sich mit Ungestüm heran.

Job 30:15 Da kommen Schrecken über mich; dem Wind gleich jagt mein Glück davon; fort zieht mein Heil wie eine Wolke.

Job 30:16 Mein Leben ist in mir zerflossen, und jammervolle Tage halten mich gefesselt.

Job 30:17 Des Nachts bohrt's mir in dem Gebein; auf meinen bloßgelegten Knochen kann ich nimmer liegen.

Job 30:18 Mit Allgewalt packt er mich an und schnürt mich in des Unterkleides Schlitze ein.

Job 30:19 Er wirft mich in den Schmutz; dem Staub, der Asche bin ich gleich. -

Job 30:20 Ich schreie auf zu Dir. Doch Du hörst nicht auf mich. Ich halte ein; da gibst Du auf mich acht.

Job 30:21 Du zeigst Dich grausam gegen mich und geißelst mich mit Deiner starken Hand.

Job 30:22 Du schickst den Wind, mich zu entführen; der Sturm fährt mit mir auf und ab.

Job 30:23 Ich weiß ja wohl: Du willst zum Tod mich treiben, in das Versammlungshaus für alles Lebende.

Job 30:24 Auf Wunsch jedoch greift er nicht zu, schreit man in seinem Unglück drob um Hilfe. -

Job 30:25 Beweinte ich nicht den Unseligen; war nicht mein Herz des Armen wegen sehr betrübt? -

Job 30:26 Weil ich auf Glück gehofft, doch Unheil kam; auf Licht geharrt, doch Dunkel kam,

Job 30:27 so ist im Aufruhr ohne Unterlaß mein Inneres. Des Leidens Tage überfielen mich.

Job 30:28 Tieftraurig wandle ich einher, wo keine Sonne scheint. Ich trete dem Vereine bei, wo ich nur heulen kann.

Job 30:29 Der Schakale Vereinsbruder bin ich und ein Gesell dem Vogel Strauß.

Job 30:30 Zu schwarz ward meine Haut, daß sie mir bliebe, und mein Gebein ist mir von Glut verbrannt.

Job 30:31 So diente meine Harfe mir zum Trauerliede, zu bitterem Schluchzen die Schalmei."