Gruenewald 1924 | Book List

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Psalmen 74

Psa 74:1 Ein Lehrgedicht, von Asaph. - Warum, ach Gott, verwirfst Du immerfort / und lodert über Deiner Herde Deines Zornes Rauch?

Psa 74:2 Bedenke: Die Gemeinde, die Du einst gegründet, / die Du Dir ausgelöst zum Stamme ewigen Besitzes, / der Sionsberg, auf dem Du Wohnung nahmst,

Psa 74:3 den Deine Schritte ausgezeichnet, sind zusammen eine Trümmerstatt! / Gar alles hat der Feind im Heiligtum geschändet.

Psa 74:4 In Deiner Sammlungsstätte wüten Deine Feinde; / sie stellen ihre Flaggen dort als Zeichen auf.

Psa 74:5 So ist's, wie wenn man hohen Schwunges / auf Waldgehölz die Äxte hebt.

Psa 74:6 Und nun sein Schnitzwerk allzumal / zerschlagen sie mit Beil und Hammer.

Psa 74:7 Sie werfen Feuer in Dein Heiligtum, / entweihen in den Staub die Wohnung Deines Namens.

Psa 74:8 In ihrem Herzen sprechen sie: "Wir wollen alle sie zu Heiden machen." / Im Land verbrennen sie die Gotteshäuser all.

Psa 74:9 Wir sehen unsere Zeichen nimmer; und Propheten gibt es keine mehr, / und niemand weiß bei uns: Wie lange?

Psa 74:10 Wie lange darf der Feind noch höhnen, / der Gegner Deinen Namen immerfort verlästern, Gott?

Psa 74:11 Warum entziehst Du Deine rechte Hand dem Kampfe? / Vollbringe doch, was Dir obliegt!

Psa 74:12 Von altersher ist Gott mein König, / der auf der Erde hilfereiche Werke tut. -

Psa 74:13 In Deiner Macht zerteilst Du ja das Meer, / zerbrichst die Drachenköpfe,

Psa 74:14 zerschlägst des Leviatans Häupter / und gibst ihn hin der Wüstentiere Schar zum Fraße.

Psa 74:15 Du lässest Bach und Quelle sprudeln / und starke Ströme Du versiegen.

Psa 74:16 Dein ist der Tag; Dein ist die Nacht. / Genau bemißt Du Mond und Sonne.

Psa 74:17 Du stellst der Erde Grenzen alle fest; / Du schaffst den Sommer und den Winter.

Psa 74:18 Gedenke dessen, daß der Feind, Herr, höhnt, / daß Deinen Namen lästert ein törichtes Volk!

Psa 74:19 Nicht gib dem Habicht Deiner Taube Leben preis! / Vergiß nicht gänzlich Deiner Dulder Menge!

Psa 74:20 Blick auf den Bund! Das Land ist voller Lug und Trug, / die Wohnungen sind voll Gewalttat.

Psa 74:21 Nicht ziehe der Bedrängte voller Scham dahin, / der Arme nicht, der Elende, der Deinen Namen preist!

Psa 74:22 Auf, Gott! Führ Deine Sache! / Der Schmach gedenke, die von Toren allezeit Dir widerfährt!

Psa 74:23 Vergiß den Aufruhr Deiner Feinde nicht, / das Toben Deiner Gegner nicht, das immer lauter wird.